Neue Wegscheider-Orgel in Lehnin feierlich eingeweiht
Am Freitag, dem 3. Juli 2026, um 17 Uhr kamen bei schönem Wetter zahlreiche Gäste in die Klosterkirche Lehnin, um die feierliche Einweihung der neuen Wegscheider-Orgel mitzuerleben. Schon vor Beginn war spürbar, dass hier nicht nur ein Instrument vorgestellt wurde. Lehnin erlebte einen seltenen Moment in seiner Kirchen- und Kulturgeschichte.
Die Klosterkirche war festlich ausgeleuchtet. Warmes Licht legte sich über Mauern, Gewölbe und Altarraum. Die neue Orgel war zunächst noch verhüllt. Viele Plätze waren besetzt, auch im Bereich der Vierung standen zusätzliche Stühle. Damit alle Gäste das Geschehen gut verfolgen konnten, wurden Bild und Ton in die hinteren Bereiche der Kirche übertragen.
Pfarrerin Almuth Wisch begrüßte die Anwesenden und führte durch den Abend. Danach folgten eine Andacht von Bischof Dr. Christian Stäblein sowie mehrere Grußworte. Bischof Dr. Christian Stäblein sprach über Veränderung, geistliche Orte und die Kraft der Musik. Die neue Orgel werde künftig zum Lob Gottes und zur Freude der Menschen in Lehnin erklingen. Seine Ansprache endete mit einem gemeinsamen Gebet und der Segnung der Orgel.
Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke würdigte die Klosterkirche als bedeutenden Ort brandenburgischer Geschichte. Sie erinnerte an die besondere Stellung der Orgel, die seit Jahrhunderten als Königin der Instrumente gilt und in einem Raum wie der Lehniner Klosterkirche eine besondere Wirkung entfaltet.
Pfarrer Matthias Blume vom Evangelischen Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin berichtete, dass er den Plänen für eine neue Orgel zunächst mit Zurückhaltung begegnet sei. Mit der Möglichkeit, die Wegscheider-Orgel aus Köln nach Lehnin zu holen, habe sich seine Sicht verändert. Inzwischen sei für ihn klar, dass dieses Instrument und dieser Kirchenraum in besonderer Weise zusammengehören. Das Diakonissenhaus unterstützt das Projekt zusätzlich mit einer Spende in Höhe von 5.000 Euro.
Auch Rainer Schmidt von der Diakonie Michaelshoven in Köln blickte auf den Weg der Orgel zurück. Das Instrument musste seine bisherige Heimat in der Kirche Erzengel Michael in Köln Michaelshoven verlassen. In Lehnin fand es nun einen neuen Ort, an dem es wieder regelmäßig erklingen kann. Eine wichtige Rolle spielte dabei Gerhard Oppelt. Der Gemeinde- und Kreiskantor erkannte die besondere Eignung der Orgel für die Klosterkirche und setzte sich beharrlich für ihren Umzug nach Lehnin ein.
Bürgermeister Uwe Brückner würdigte die Einweihung als bedeutendes Ereignis für die gesamte Gemeinde Kloster Lehnin. Die neue Orgel sei nicht nur ein herausragendes Instrument für Gottesdienste und Konzerte. Sie stärke auch die kulturelle Identität des Ortes. Für die Lehniner Sommermusiken eröffne sie neue künstlerische Möglichkeiten und gebe der Klosterkirche zusätzliche Ausstrahlung weit über die Gemeinde hinaus.
Auch Schwester Regina Ohme und Barbara Kusserow richteten Grußworte an die Gäste. Sie erinnerten an das Leben und Wirken im Kloster Lehnin und machten deutlich, wie eng dieser Ort seit vielen Jahrzehnten mit geistlichem Leben, diakonischem Engagement und persönlicher Verbundenheit geprägt ist. Ihre Beiträge spannten den Blick vom historischen Erbe des Klosters bis zu den Menschen, die diesen Ort bis heute mit Leben füllen.
Orgelbaumeister Kristian Wegscheider stellte in seinem Grußwort nicht sich selbst, sondern sein Team und die vielen fleißigen Akteure aus Lehnin in den Mittelpunkt. Er dankte allen für ihre sorgfältige Arbeit, mit der sie den Abbau in Köln, den Transport nach Lehnin und den Wiederaufbau des Instruments möglich gemacht haben. Die Orgel lag seit Anfang 2025 in zahlreichen Einzelteilen in der Klosterkirche, bevor sie 2026 wieder zusammengesetzt und klanglich eingerichtet wurde.
Im Anschluss galt ein besonderer Dank Gerhard Oppelt. Pfarrerin Almuth Wisch und ihr Ehemann, der Superintendent des Kirchenkreises, würdigten seine Beharrlichkeit, sein großes persönliches Engagement und seinen unermüdlichen Einsatz für das Orgelprojekt. Sie erinnerten daran, dass auf dem Weg zur neuen Orgel viele Fragen zu klären, Schwierigkeiten zu überwinden und Zweifel auszuhalten waren. Oppelt habe mit Ausdauer, Zuversicht und großem Verantwortungsgefühl dazu beigetragen, dass aus einer Vision Wirklichkeit wurde. Ohne sein beharrliches Kümmern hätte die Klosterkirche diese neue Stimme nicht erhalten. Der Dank war verbunden mit hoher Wertschätzung und großer Dankbarkeit für ein Instrument, das die Gemeinde über Generationen begleiten wird.
Das Instrument wurde 2003 von Kristian Wegscheider gebaut und besitzt 28 Register. Seine 1648 Pfeifen sorgen für eine große klangliche Bandbreite. Diese Zahl lässt sich leicht merken. Im Jahr 1648 beendete der Westfälische Frieden den Dreißigjährigen Krieg. In Lehnin steht dieselbe Zahl nun auch für einen musikalischen Neubeginn.
Mit der feierlichen Enthüllung wurde sichtbar, worauf die Kirchengemeinde, viele Unterstützerinnen und Unterstützer sowie zahlreiche Partner lange hingearbeitet hatten. Rund 400.000 Euro werden für Erwerb, Transport, Aufbau und weitere Kosten benötigt. Nach Angaben der Kirchengemeinde waren bis Juni 2026 bereits 291.000 Euro an Spenden und Finanzierungszusagen erreicht. Wer dieses historische Instrument in seiner Heimatgemeinde unterstützen möchte, findet weitere Informationen zur Spendenmöglichkeit auf der Internetseite der Klosterkirche Lehnin.
Nach der Enthüllung brachte Gerhard Oppelt die neue Wegscheider-Orgel in einem Konzert erstmals in ihrer klanglichen Vielfalt zum Erklingen. Damit begann für die Klosterkirche und für die Lehniner Sommermusiken ein neues Kapitel.
Die Orgelweihe war weit mehr als ein festlicher Abend. Sie war ein Ereignis für Lehnin, für die Kirchengemeinde, für die Musik und für kommende Generationen. Die Klosterkirche hat eine neue Stimme bekommen.
Bild zur Meldung: Orgelweihe der Wegscheider-Orgel in der Klosterkirche zu Lehnin








